Bessamatic / Objektive
(Übersicht)
Beim Erscheinen der Bessamatic wurden der Kamera 1958 drei Objektive zur Seite gestellt. Mit dem Weitwinkel Skoparex 1:3,4 / 35mm, dem Normalobjektiv Color-Skopar X 1:2,8 / 50mm und dem leichten Teleobjektiv Super-Dynarex 1:4,0 / 135mm war das Objektivprogramm noch nicht sehr umfangreich. Voigtländer brachte dann aber sehr schnell weitere Linsen heraus.

Objektivübersicht
Objektivübersicht aus einem Prospekt von 1965, das Dynarex 4,8/100mm ist daher nicht mehr mit aufgeführt.
 

Die Objektive besitzen eine Compur-Reflex-Bajonett-Schnellwechselfassung. Das Voigtländer-Bajonett wird auch als Compur-Wechselbajonett bezeichnet. Zwei rote Zeiger über der Entfernungsskala des Objektivs markieren den, für die eingestellte Blende, gültigen Schärfebereich. Ältere Objektive haben nur eine Entfernungsskala in Meter oder Fuß (je nach Länderanforderung), jüngere dagegen (ab ca. Mitte 1963) meist eine Doppelskala.
Eine Springblende bringt jedes Objektiv mit (einen Zentralverschluß leider nicht). Auf der Rückseite hat jedes Objektiv zwei Mitnehmer. Mit Hilfe des einen werden die gewählte Blende auf das Objektiv übertragen und die Schärfentiefenzeiger eingestellt. Der andere dient als Blendenschließer für die Springblende.
Jedes der elf Objektive für die Bessamatic und die Ultramatic kann bis zur Blende 22 abgeblendet werden. Die jeweilige Anfangsblende der einzelnen Objektive ist in der Tabelle unten in der Spalte "Blende / Brennweite" aufgeführt.
Zu jedem Objektiv gehören zwei Objektivdeckel, die mit dem typischen "V" für Voigtländer versehen sind. Die Frontdeckel ab 77mm Filtergewinde sind innen mit Samt ausgekleidet und außen "beledert". Diese großen Deckel führen den kompletten Schriftzug.
Alle Objektive für die Bessamaticreihe sind ausschließlich mit Linsen aus Kristallglas gefertigt und nicht, wie heute üblich, aus Kunststofflinsen zusammengesetzt. Jedes Objektiv ist mit einer Anti-Reflex-Schicht voll vergütet.
Die für die Bessamatic erschienenen Optiken waren und sind für ihre hervorragende Qualität bekannt und berühmt. Sie zeichnen sich durch hervorragende Bildschärfe, höchste Brillanz und Kontrast sowie herausragende Reinheit in der Farbwiedergabe aus. Noch heute können sie durchaus mit den aktuellen Objektiven mithalten und auch an einer digitalen Spiegelreflexkamera verwendet werden.

 
Braunschweiger Mettwurst

Bild vergößern

 

Rechts: Eine echte Braunschweigerin, so richtig zum anbeißen, die Braunschweiger Mettwurst. 

Das Bild wurde aufgenommen mit einem Skopagon
an einer Nikon D90, Blende 5,6, 1/60 Sek., ISO 400.

Wie bei allen alten Objektiven, die inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben, muß man allerdings auch bei den Linsen von Voigtländer heute immer mit altersbedingten Staubeinschlüssen rechnen. Dieses ist zwar ein kleiner Mangel, gehört aber einfach zur "Patina".


Die nachfolgende Tabelle zeigt alle 11 Objektive, die von Voigtländer für die Bessamatic erschienen sind.

BezeichnungBlende /
Brennweite [mm]
Bildwinkel [°]min. Entfernung [m]Linsen /
Gruppen
Filter [mm] )*Bestell-Nr. )"VerkaufPreis [DM]
Skoparex3,4/3563Serie 1: 1,0 / Serie 2: 0,46/5S 40,5145/50ab 1958188,--
Skopagon2,0/4058Serie 1: 0,9 / Serie 2: 0,59/6A 54,0145/69ab 1961440,--
Color-Lanthar2,8/50481,03/3S 40,5145/30ab 1964  79,--
Color-Skopar X2,8/5048Serie 1: 1,0 / Serie 2: 0,64/3S 40,5145/40ab 1958125,--
Septon2,0/5048Serie 1: 0,9 / Serie 2: 0,67/5A 54,0145/67ab 1960298,--
Dynarex3,4/90282,05/4S 40,5145/56ab 1960270,--
Dynarex4,8/100241,06/4S 40,5145/51ab 1960188,--
Super-Dynarex4,0/135194,04/3S 40,5145/53ab 1958210,--
Super-Dynarex4,0/200128,55/4S 77,0145/57ab 1962525,--
Super-Dynarex5,6/350728,07/6S 95,0145/58ab 1964755,--
Zoomar2,8/36-8262 bis 301,314/11S 77,0269/45ab 1959795,--

)* S = Schraubfilter, A = Aufsteckfilter.
   die Objektive mit S 40,5 benötigen ein Aufsteckfilter A 42, die Objektive mit A 54 benötigen Schraubfilter mit 52mm Durchmesser.
)" Ab 1968 wurden die Voigtländer-Bestellnummern durch die sechsstelligen Nummern des Zeiss-Systems ersetzt.
   Das Dynarex 4,8/100mm war davon selbstverständlich nicht mehr betroffen.


Bedeutung des gelben Punktes auf der Bajonettseite:

Die mit einem gelben Punkt auf der Rückseite gekennzeichneten Objektive sind auch uneingeschränkt für die Voigtländer Ultramatic / Ultramatic CS geeignet. Dabei wurde eine Schraube, die sich beim Blendenschließer befindet mit gelber Farbe markiert.
Diese Objektive besitzen eine Kennung mit der die Ultramatic die Anfangsblende der Linse ermitteln kann. Bei den frühen Objektiven mit dieser Kennung, von 1960, wurde die Vertiefung in der Fassung nachträglich angebracht. Bei den Späteren ist diese Fräsung dann mit vernickelt.
 

Anmerkung zur Bestimmung des Baujahres eines Objektives:

Das Jahr der Herstellung eines Voigtländer Objektives ist heute durch die Merkmale alleine, wie sie bei den einzelnen Linsen beschrieben sind, leider nicht mehr eindeutig zu bestimmen. Auch die Seriennummer gibt heute kein absolut verläßlicher Hinweis mehr. Viele zum Kauf angebotene Linsen befinden sich nicht mehr im Originalzustand. Oft sind die Objektive schon einmal geöffnet und die Schraubenschlitze dadurch beschädigt worden. Bei einigen wurden manchmal sogar einzelne Baugruppen ausgetauscht. Eine gewisse Sicherheit über den Originalzustand bieten nur die beschriebenen Merkmale der einzelnen Objektive zusammen mit den Seriennummern.
 

 
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