Bessamatic / Varianten
(Bessamatic CS)

Bessamatic CS 1966-1969

Voigtländer interner Name: Typ 183
Die eigentlich beste Bessamatic erscheint zu einem Zeitpunkt, wo der Druck aus Japan schon beachtliche Ausmaße annimmt. Hochwertige Kameras aus Deutschland lassen sich immer schlechter verkaufen und schon bald fängt man bei Voigtländer an rote Zahlen zu schreiben.
Mit der neuen TTL-Belichtungsmessung )° wäre nun auch ein Focar C oder D für das Zoomar möglich gewesen, da das Objektiv den Belichtungsmesser nicht mehr abschatten kann. Diese Nahlinsen sind allerdings nicht mehr zum Verkauf angeboten worden.
Nur wenige Monate nach Produktionsbeginn der CS wurde die Bessamatic bereits im März 1967 bei Voigtländer offiziell als Auslaufmodell geführt. Das Ende der kompletten Bessamaticreihe war damit endgültig besiegelt. Im Herbst 1969 verließen dann die letzten Bessamaticgehäuse das Werk Voigtländer in Braunschweig Gliesmarode.

Bessamatic CS Werbung ´67

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"Urlaubserinnerungen für immer festhalten"
Voigtländer Bessamatic CS
Anzeige aus "Der Spiegel", Nr. 18/1967
 

)° TTL = Through the Lens

 

Änderungen gegenüber der Bessamatic de Luxe 2:
 

        Statt des Selenbelichtungsmessers ist ein CdS-Belichtungsmesser [Cadmiumsulfit-Zellen] verbaut, der die Belichtungsmessung durch das Objektiv ermöglicht (TTL). Benötigt wird hierfür jetzt allerdings eine Knopfzelle vom Typ V625PX oder Mallory PX13 mit 1,35 V (Heute leider nicht mehr erhältlich).   
  Der Meßbereich des Belichtungsmesser ist etwas geringer. Er reicht von 12,5 asb bis zu 50.000 asb (1 asb = 0,318 cd/m²).
  Das Wabenfenster des Selenbelichtungsmessers ist durch eine Klappe ersetzt. Hinter dieser verbergen sich die Batterie und ein grüner Testknopf zur Überprüfung der Batteriekapazität.
  Der Schriftzug "Bessamatic", der sich auf dem Rähmchen um das Wabenfenster befand, ist auf diese Klappe gewandert. Sucher Bessamatic CS
Schematische Darstellung des Suchers
 
  Für die Batteriekontrolle befindet sich im Sucher rechts oben ein rotes Warnfeld und rechts unten ein grünes Prüffeld.
  Der vorwärtslaufende und sich automatisch zurücksetzende Bildzähler wird realisiert.
  Damit entfallen auch der Rändelknopf zwischen Rücklaufhebel und Schnellaufzug auf der Kameraoberseite, die Rändelung in der Mitte der Filmtransportwelle für die Einstellung des Bildzählers und die Kreismarke für eine 20er Filmpatrone beim Bildzählwerk.
  Zwischen Sucher und Bildzähler erhält die CS ein kleines Fenster, über welches man erkennen kann ob ein Film in die Kamera eingelegt ist und ob dieser auch weiter transportiert wird.
  Die Markierungen für die Einstellung der Filter- Verlängerungsfaktoren, auf dem Gehäuse und an dem Rad für die Blendeneinstellung, entfallen.
  Der Prismanbuckel ist leicht modifiziert um Platz für den Belichtungsmesser zu schaffen.
  Dadurch baut auch das Sucherokular etwas weiter nach hinten auf. Es ist gleich hoch aber wieder rechteckig. Also wie bei der Bessamatic aber 2mm größer in der Höhe.
  Der Blitzschuh wurde fest mit dem Gehäuse verbunden.
  Leider ist dadurch auch die Aufnahme an der Okularfassung für das Sonderzubehör Winkelfernrohr (Nr. 355/45), Augenmuschel (Nr. 356/60) oder den Linksauslöser (Nr. 125/26) entfallen. )¹
 
   )¹ 
Obwohl in Prospekten und Katalogen, ja sogar in den Bedienungsanleitungen zur Bessamatic CS offiziell als Zubehör aufgeführt, läßt sich dieses Sucherzubehör bauartbedingt nicht an dieser Kamera verwenden!


Änderungen in der laufenden Serie:
 
  Ab dem ungefähr 2.600sten Gehäuse ist das kleine Federblech an der Kamerarückwand, welches den Film an den Hebel für die Filmkontrollanzeige drückt, leicht modifiziert. Außerdem ist die Wölbung am Kameragehäuse über dem Hebel plangeschliffen. Die Zuverlässigkeit der Betätigung des Hebels wird dadurch erhöht.
  Ab dem ungefähr 6.500sten Gehäuse ist der Schnellspannhebel rückseitig geriffelt.
  Ab dem ungefähr 7.200sten Gehäuse laufen die ersten 3mm des Sucherrähmchen gerade, erst danach ist es konisch ausgeführt.


Allgemeine Daten und Bilder

Gewicht: 772g (nur das Gehäuse)

Produzierte Gehäuse ca. 22.000 Stück

Ab Gehäusenummer 400.000

Preis 1967: DM 574,-- (nur das Gehäuse)

 
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Bessamatic CS mit original Karton 
 

Voigtl. - Bestellnummern

Gehäuse:
mit Color-Lanthar:
mit Color-Skopar:
mit Septon:

 

183/00
183/94
183/96
183/99

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Bessamatic CS mit Color-Skopar 

Die unteren drei Bilder zeigen ein sehr frühes CS-Gehäuse. Es handelt sich hierbei um die 111te Bessamatic CS, die bei Voigtländer gefertigt wurde.

Der Kamerakarton der "CS" besteht aus einem Unterteil und einem Einsatz aus Styropor. Der Deckel ist aus Karton. Eine Nummer ist auf dem Karton nicht mehr verzeichnet.

Ab 1967 hat man angefangen die Bestellnummern auf das sechsstellige Zeiss-System umzustellen. Für die Bessamatic CS bedeutet das:
Voigtl.Zeiss
Gehäuse ohne Objektiv: 183/0010.1600
mit Color-Lanthar: 183/9410.1603
mit Color Skopar: 183/9610.1604
mit Septon: 183/9910.1605

Die Zubehörteile behalten noch die alten Voigtländernummern. Diese werden dann ein Jahr später umgestellt.


Um wie bei den anderen Kameras dieser Reihe auch ein helles Sucherbild zu bekommen wurde die "CS" mit einer Offenblendenmessung für die Belichtung ausgestattet. Leider kommt es nicht nur bei der Bessamatic mit Selenzellen im Laufe der Jahre desöfteren vor, daß der Belichtungsmesser ausfällt. Der Fotowiederstand der CS hat manchmal die Zeit auch nicht überdauert. Der Belichtungsmesser ist dann ohne Funktion und Ersatzteile sind leider nicht mehr zu beschaffen.

Die für den Belichtungsmesser benötigte Batterie 625PX von Mallory oder Varta hatte, bei "normalem" Gebrauch, eine Haltbarkeit von ca. zwei Jahren. Für diese Batterie mußte man im Jahre 1967 DM 3,55 (UVP) auf den Ladentisch legen.


Das Batterieproblem der Bessamatic CS

V625PXAuch das Problem mit den nicht mehr erhältlichen 1,35 V Quecksilberoxid-Batterien Varta 625PX (Bild links) oder Mallory PX13 kann gelöst werden. Man braucht dazu nur, wie immer im Leben, etwas handwerkliches Geschick oder entsprechend mehr Geld.

Um ein genaues beziehungsweise reproduzierbares Meßergebnis des Belichtungsmessers zu erhalten ist eine konstante Spannung wichtig. Die 625PX und die PX13 erfüllen diese Bedingung. Das heißt die Spannung bleibt über die Lebensdauer von etwa zwei Jahren hinweg nahezu gleich. Als Ersatz scheiden darum alkaline Knopfzellen aus. In Frage kämen dann die Silberoxid-Batterien deren Spannung aber bei 1,55 V liegt. Unten findet Ihr nun eine Tabelle mit drei möglichen Lösungswegen dem Problem über die Batterie zu begegnen.

LösungsmöglichkeitenVorteilNachteilBezugsquelle z. B.
Verwendung einer Zink-Luft-Batterien mit der erforderlichen Spannung (z. B. MBR625 von Wein-Cell).günstiger PreisDie Lebensdauer einmal in Benutzung befindlicher Zink-Luft-Zellen ist gering.WeinCell Batteries
Bau eines Adapters zur Verwendung von Silberoxid-Batterien.günstig, Spaßfaktor hochhandwerkliches Geschick erforderlichEine Anleitung zum Bau eines solchen Adapters findet Ihr z. B. hier: www.buhla.de )²
unter: The mercury cell (1,35 V) problem and its solutions, by Frans de Gruijter (pdf)
Kauf eines fertigen Adapters zur Verwendung von Silberoxid-Batterien.sofort einsetzbarvergleichsweise hoher PreisSmall Battery Company

 )² Auch hier distanziere ich mich wieder ausdrücklich von den Inhalten der verlinkten Seiten.
 

Erachtet man die oben aufgezeigten Lösungen für sich als ungeeignet, gibt es noch weitere Möglichkeiten der Problemlösung.

  • Bei der Verwendung einer 1,55 V Silberoxid-Batterie kann die Korrektur auch über die Filmempfindlichkeit erfolgen. Der Spannungsunterschied von 0,2 V macht bei dem Belichtungsmesser der "CS" etwa eine ⅔ Blende aus. Durch eine Korrektur von -2 DIN bekommt man dann wieder die "Werte" angezeigt, wie sie sich bei der Verwendung einer V625PX oder Mallory PX13 ergeben würden.
  • Werden mit der Kamera ausschließlich Negativfilme belichtet kann eine Korrektur eventuell auch ganz entfallen. Das Fotolabor gleicht leichte Fehlbelichtungen aus, so daß bei der Papiervergrößerung nichts davon zu sehen ist.
  • Zu guter Letzt gibt es selbstverständlich noch die Möglichkeit den Belichtungsmesser neu zu justieren. Auf diese Weise läßt sich die Messung auch annähernd für eine 1,55 V Silberoxid-Batterie anpassen. Das bedeutet dann aber einen Eingriff in den Originalzustand des Sammlerstücks!


Winkelfernrohr für die Bessamatic CS

Wie bereits obenerwähnt kann das Winkelfernrohr 355/45 bei der Bessamatic CS nicht verwendet werden. Als einziges Modell der Bessamaticreihe hat der Sucher dieser Kamera keine Schlitze für die Aufnahme des Sucherzubehörs. Trotzdem ist in allen mir bekannten Katalogen, ja sogar in der Bedienungsanleitung der Bessamatic CS das Winkelfernrohr 355/45 als Zubehörteil für diese Kamera aufgeführt.
Und doch gibt es eine Lösung, einen Winkelsucher, der im Zusammenhang mit der Bessamatic CS allerdings nirgends erwähnt wird. Es handelt sich um den Winkelsucher mit der Voigtländernummer 355/83. Dieses Winkelfernrohr läßt sich an der Bessamatic CS verwenden.

Die "CS" mit Winkelfernrohr

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Voigtländer Bessamatic CS
mit Winkelfernrohr 355/83
 

Augenmuschel für die Bessamatic CS

Vielen Besitzern einer Bessamatic CS konnte der erfahrene Fotofachverkäufer auch für das Problem mit der Augenmuschel eine Lösung anbieten. Ab dem ca. 7.200sten CS-Gehäuse paßt die rechts abgebildete Voigtländer Gummi-Augenmuschel auf den Sucher dieser Kamera.
Die ersten 3mm des Suchers der "CS" sind jetzt, im Gegensatz zu den anderen Bessamaticmodellen, gerade ausgeführt. Erst danach läuft das Sucherrähmchen konisch zu. Dadurch sitzt die Augenmuschel bei diesen Gehäusen ausreichend fest auf dem Sucher. Die Gefahr des Verlierens ist allerdings größer als bei der eingeschobenen Variante (356/60) der Bessamatic. Nicht nur, aber wohl auch deshalb ist diese Augenmuschel sehr selten geworden.

Augenmuschel an der "CS"

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Voigtländer Bessamatic CS
mit Gummi-Augenmuschel
 

 
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